Urlaub Teil 3

So, dann kommen wir heute zum letzten Teil meiner Reise.

Wo bin ich nochmals stehen geblieben? Genau, meine Freundin und ich machten uns mit der Fähre von Stone-Town, Sansibar, auf den Weg zurück nach Dar und von dort ging die Reise mit dem Bus bis nach Bukoba.

Aber wie immer alles der Reihe nach. In Dar angekommen, machten wir uns wieder auf dem Weg in  Richtung Stendi (Busbahnhof), um dort für eine Nacht ein Hotel zu suchen. In Tansania fahren die Busse bei größeren Strecken immer nur sehr früh morgens ab. Dieses mal machten wir aber nicht den gleichen Fehler und suchten uns deshalb ein zwar etwas teureres, aber dafür auch rattenfreies Hotel (zumindest hatten wir dieses mal keine Ratten gesehen).  Da es erst mittags war, konnten wir noch das „schöne“ Daressaalam genießen ;-). Nach einem kleinen Snack machten wir uns auf den Weg nach Mlimani City. Mlimani City ist ein großes Einkaufscentrum in Dar. Dort gönnten wir uns ein leckeres Eis und noch einmal den Luxus von einem Kino. Kleine interessante Anmerkung: die EINE Kugel Eis und der Eintritt ins Kino kostete gleich viel.

Am nächsten Morgen machten wir uns um halb sechs in der Früh auf den Weg zu unserem Bus. Um diese Zeit ist am Stendi die Hölle los. Es wollen ca. 50 Busse oder noch mehr am besten gleichzeitig losfahren, was eine elendig lange Wartezeit zur Folge hat. Unsere Reise nach Bukoba dauerte volle 34 Stunden mit drei Stunden Pause in Kahama (in Tansania herrscht Nachtfahrverbot, trotz diesem Verbot kam unser Bus erst um 3 Uhr nachts an, obwohl er eigentlich um 22:00 Uhr ankommen sollte). In Bukoba angekommen, ging unsere Reise nochmals zwei Stunden mit dem Dalladalla, bis wir letztendlich ganz erschöpft in meinem Zuhause in Omurushaka ankamen. Dort wurden wir sehr freundlich von meinem Chef in Empfang genommen. Die nächsten Tage lernte meine Freundin die Umgebung und meine Freunde kennen. Markus war so freundlich und gab uns noch eine Führung durch die Trockenfruchtfabrik, in welcher er arbeitet.

Nach einigen Tagen bei mir daheim führte uns unsere Reise nun in drei Stunden von Omurushaka mit dem Dalla über Benako an die Grenze nach Ruanda. Glück, wie wir es öfters auf unseren Bus- bzw. Dalla-Fahrten hatten, gab es auch dieses mal. Wer von euch kann es erraten? Na klar, eine Panne! Zum Glück verging bei dieser Panne nicht ganz so viel Zeit, bis sie wieder behoben war. An der Grenze (tansanische Seite) angekommen, überquerten wir diese zu Fuß. Zwischen Tansania und Ruanda fließt der Kagera (ein Zufluss zum Nil, 900 km lang). Dieser stellt ein Grenzfluss dar und spielte auch während des ruandischen Genozids im Jahr 1994 eine große Rolle. In diesen Fluss wurden symbolisch viele zerstümmelte Tote zurück in Richtung Heimat geworfen, dazu in einem extra Beitrag aber noch mehr.

Auf der anderen Seite hatten wir keine Probleme, das Visum für Ruanda zu erhalten. Da standen wir nun also im „Land der tausend Hügel“. Ein Bus in Richtung Kigali, der Hauptstadt, war auch schnell gefunden und da ist uns auch schon der erste riesige Unterschied zu Tansania aufgefallen. Im Vergleich zu Tansania fahren die Busse in Ruanda nach Uhrzeit und nicht erst wenn der Bus gut gefüllt – besser gesagt überladen – ist. Zum Glück hatten wir von Markus noch Ruanda-Franc bekommen, sodass wir nicht gleich an der Grenze Geld wechseln lassen mussten. In Kigali angekommen, war es auch schon wieder dunkel und wir suchten uns ein einigermaßen sauberes Hotel, bevor wir uns aufmachten, die Stadt etwas zu besichtigen. Kigali gilt als sicherste Stadt in Afrikas und so wunderte es uns auch nicht, dass alle fünf Meter an der Straße ein Soldat mit Gewehr platziert war. Nach einer wieder einmal einer sehr kurzen Nacht machten wir uns dann auf einer sehr kurvigen aber landschaftlich beeindruckenden Strecke (grüne Hügel und Berge wo das Auge hinreicht) auf den Weg in den Westen Ruandas nach Kibuye, am Lake-Kivu gelegen. Diesen, wie sich später herausstellte, genialen Tipp hatten wir von meinem Regionalbetreuer Bastian erhalten. Durch den Lake-Kivu verläuft die Grenze der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda.

Unser Hotel war einfach der Hammer und man hatte sowohl von der Terrasse aus als auch von unserem Zimmer einen traumhaften Blick über den See und die grünen Hügel. Am nächsten Tag brachen wir mit vier anderen Gästen aus unserem Hotel zu einem kleinen Boostsausflug auf. Unser Ziel war eine kleine Insel im See:  Bat Island oder Napoleon Island. Von der Form erinnert die Insel an den Hut Napoleons und warum sie auch Bat Island (Fledermaus-Insel) heißt, sollten wir noch erfahren. Am Fuße der Insel bietet sie Tausenden von Fledermäusen eine Heimat. Wir konnten es alle kaum glauben, als unser Boot-Guide diese durch Klatschen und Rufen aus den Bäumen lockte und sie in Schwärmen über unsere Köpfe flogen!

Wir wanderten bis auf die Spitze der Insel hoch. Von dort hatte man einen unglaublichen Blick über den See, wie ihr auf folgenden Fotos sehen könnt:

An unserem letzten Morgen erwartete uns dann noch ein toller Sonnenaufgang, bevor wir nach dem Frühstück auf der Terrasse unseren Weg zurück nach Kigali antraten.

Gegen 12:00 Uhr am Mittag kamen wir in Kigali an. Aufgrund des Tipps meines Regionalbetreuers Bastian besuchten wir noch das Genocide Memorial Museum – ein Mahnmal sowie dazugehöriges Museum – welches uns die unfassbaren und grausamen Geschehnisse vor Augen führte, die sich vor gerade einmal 22 Jahren in Ruanda abspielten. Wir hatten das Thema ja in unserem Zwischenseminar schon behandelt und Filme dazu geschaut. Das Museum kann ich wirklich jedem zu Herzen legen, der Kigali besucht.

Gegen Nachmittag fuhren meine Freundin und ich dann mit dem Piki an den Flughafen, denn heute trat sie nach vier Wochen leider ihren Rückflug nach Deutschland an. Ich blieb noch eine Nacht in Kigali, lief am Nachmittag noch durch das Zentrum, ging Burger essen und schlief dann im gleichen Hotel wie vor unserer Fahrt an den Lake Kivu. Am nächsten Morgen machte ich mich wieder auf den Weg in Richtung Grenze und meiner Heimat Omurushaka, wo ich nach einer langen Fahrt und – Überraschung!! – mal wieder einer Panne – müde gegen Abend ankam. In Benako musste ich ganze 7 Stunden warten, bis das Dalla losfuhr… ach ja, und falls es noch jemanden interessiert, während der Fahrt hat sich noch einer aus dem Fenster gelehnt und sich übergeben. 😀

Nach mehr als einem Monat Reisen (ausgenommen den kleinen Zwischenstopp mit meiner Freundin bei mir daheim) war ich also wieder ganz Zuhause angekommen und es war wieder Arbeiten angesagt.

Es war echt ein großartiger Trip!! Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen!

Bis bald,
Raphael

Urlaub Teil 2

So, wie versprochen kommt heute Teil 2 von meiner Urlaubs-Triologie!

Nachdem ich wieder bei meinen Freunden war und wir noch eine Nacht in Moshi verbracht hatten, machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Lushoto (7 Stunden Busfahrt). Als kleine Randnotiz: auf der Busfahrt wurden wir Zeuge davon, wie etwa 20 Ziegen einfach so in die untere Gebäckablage des Busses gestopft wurden (zur Info: es war an diesem Tag sehr, sehr warm und auf unserem Weg befanden sich enorm viele Schlaglöcher).

Lushoto liegt im Nordosten von Tansania inmitten der Usambara-Berge. Beim Stichwort Usambara-Berge macht es vielleicht bei einem von euch fleißigen Lesern Klick, denn genau dort hatte ich zu Beginn meines Freiwilligenjahres in Mlalo mein Einführungsseminar.

In Lushoto stand unter anderem eine Wandertour durch die Usambara-Berge auf dem Programm. Außerdem kauften wir uns Stoffe auf dem Markt, um uns daraus Klamotten schneidern zu lassen. Ein Highlight in Lushoto war der Besuch einer Schule (ca. 1000 Schüler und Schülerinnen). Die Direktorin war wahnsinnig freundlich, führte uns über das Gelände und stellte uns allen Lehrern – besser gesagt allen Lehrerinnen vor: an dieser Schule gibt es nämlich 28 Lehrerinnen und nur einen einzigen Lehrer.

Nach drei schönen Tagen in den Bergen ging es für uns in Richtung Daressalam an die Ostküste Tansanias, da wir von dort aus nach Sansibar übersetzen wollten. Sonst hätten wir in dieser stressigen Großstadt – über die ich euch ja auch schon berichtet habe, Stichwort „Überfall“ –  wohl eher keinen Zwischenstopp eingelegt. Wir machten uns also gut gelaunt auf den Weg zum Bus, zu diesem Zeitpunkt noch völlig ahnungslos, dass dies ein Tag zum Vergessen sein würde :D. Aber alles der Reihe nach. Die Busfahrt sollte laut Angaben nur 6 Stunden dauern (wie gesagt, sollte). Zu allererst hatte unser Bus nach etwa drei Stunden eine Panne, es gab Probleme mit den Bremsen -> Problembehebung: Sekundenkleber (!!!), um die Bremsschläuche zu kleben. Ihr könnt also vielleicht vorstellen, dass wir nach zwei weiteren Stunden immer noch mit dem gleichen Problem mitten im Nirgendwo standen. Dazu kam, dass im Bus nicht nur Menschen sondern auch etliche Kakerlaken untergebracht waren, welche beschlossen, mit uns Freundschaft zu schließen… Nach einer weiteren Stunde Warten beschlossen wir, einen vorbeifahrenden Bus anzuhalten und wechselten schließlich auch den Bus. Wir vier waren alle erleichtert und dachten: Super, in drei Stunden sind wir endlich angekommen. Doch weit gefehlt! Von unserem Standort aus dauerte die Fahrt noch weitere fünf Stunden, bevor wir voller Vorfreude Daressaalam erreichten. Nun konnte der Tag ja eigentlich nur noch besser werden, dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Wir kamen also mit all unseren Sachen – ohne erfolgreichen Diebstahl (kleine Anmerkung: Wolfi wurde beim Verlassen eines Dallas ein (!) Schuh geklaut, den er circa 10 Minuten später für umgerechnet etwa 20 Cent wieder verkauft bekam :D)- im Hotel an und es gab sogar noch zwei verfügbare Doppelzimmer. Nach einem kleinen Imbiss wollten wir den Tag mit Cola und Konyagi (ein Gin, der mit dem Solgan „The Spirit of the Nation“ verkauft wird, unter anderem auch in 100ml Plastiksäckchen) auf unserem Balkon ausklingen lassen. So weit, so gut. Doch auf einmal fiel uns ein sich bewegender Schatten im Zimmer auf. Es war eine große Ratte, die durch einen Schacht im Bad in unser Zimmer hereinfand. Diese wurde schnell wieder verscheucht und die Badezimmertür fest verschlossen. Nach einem Blick unter das Bett kamen jedoch nochmal zwei weitere Ratten zum Vorschein, was uns einige Entsetzensschreie entlockte… Das Personal des Hotels war auch nicht sonderlich interessiert daran, uns nach einer freundlichen Bitte ein anderes Zimmer zu geben.

Was war die Lösung?

–> Na klar, FLIEHEN! Zum Glück gab es in Clara und Wolfis Zimmer – außer einigen undefinierbaren Gegenstände unter dem Bett – keine sichtbaren Ratten, was es uns ermöglichte, dort relativ beruhigt zu viert zu schlafen. Es war glücklicherweise ein sehr großes Bett!

 Nach diesem Tag und dieser Nacht war die Vorfreude auf Sansibar nochmal um ein Vielfaches höher. Wir nahmen am nächsten Tag die Fähre nach Sansibar Town und von dort ging unser Weg mit einem Taxi nach Jambiani. Jambiani ist ein Dorf, das an der Südostküste von Sansibar liegt, mit dem Taxi etwa eine Stunde von Stone Town. Die Sonne meinte es so gut mit uns,  dass wir alle sehr schnell eine rote Farbe bekamen (trotz Sonnencreme 50+). Das Highlight war ein dreistündiger Schnorchelausflug! Außerdem verbrachten wir noch drei Tage in einem tollen Bungalow direkt am Strand (siehe Fotos).

Nach drei Tagen Sonne, Strand, Meer und Erholung machten wir uns auf den Weg zurück nach Zanzibar City, um dort den historischen Stadtkern Stonetown noch für eine Nacht zu genießen. Zanzibar City ist Hauptstadt sowie Regierungssitz des halbautonomen Staates Sansibar.

Zum Abschluss wurden noch auf dem Markt Gewürze gekauft, bevor wir den Abend gemütlich auf der Dachterrasse unseres Hotels ausklingen ließen. Am nächsten Tag machten meine Freundin und ich uns auf den Weg in Richtung Hafen bzw. Karagwe (meiner Heimat) und wir verabschiedeten uns von Clara und Wolfi, die ihre Weltreise in Richtung Dubai fortsetzten.

Wir hatten eine super Zeit zu viert! Morgen folgt noch der letzte Teil meines großen Trips, der mich zusammen mit meiner Freundin noch zu mir nach Hause sowie nach Ruanda führte.

Euch allen noch einen schönen Tag,
Raphael

Urlaub Teil 1

Hallo meine Lieben,

ich habe euch nicht vergessen! Ich war die letzte Zeit auf Reisen und habe dabei leider keine Zeit für euch gefunden. Aber na klar, will ich auch nichts vorenthalten!

Mein Urlaub führte mich über Same, Arusha, Moshi und Karatu nach Lushoto. Von dort ging die Reise nach Sansibar, bevor es über Karagwe (meine Heimat) nach Kibyue, Ruanda an den wunderschönen Lake Kivu ging. Am Schluss ging es dann noch nach Kigali, der Hauptstadt Ruandas, bevor ich mich wieder auf den Weg nach Hause machte. Ihr merkt schon, der Bericht könnte etwas ausführlicher ausfallen. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, drei Beiträge zu schreiben. Dass auch ja keiner nicht bis zum Schluss ließt… 😉

Dann fange ich mal an:

Am 11. Februar machte ich mich abends nach dem Arbeiten mit dem Dalladalla auf den Weg nach Bukoba am Victoriasee. Von dort ging es am nächsten Morgen um 6 Uhr mit einem Reisebus (trotzdem keine Garantie für bequemes Reisen) in Richtung Arusha. Dank kleinerer Pannen dauerte diese Fahrt stolze 19 Stunden!!! Und der „Stendi“ (Busbahnhof) in Arusha macht weder abends, noch zu keiner anderen Tageszeit Spaß… In Arusha bin ich freundlicherweise für eine Nacht bei einer Mitfreiwilligen untergekommen. Im Vergleich zu der Strecke von Bukoba nach Arusha war die Strecke von Arusha nach Same am nächsten Tag mit nur 5 Stunden ja schon fast ein Witz.

Same liegt im Nordosten von Tansania in der Kilimandscharo Region. Der ein oder andere von euch wird sich sicher fragen, was mich nach Same treibt. Ganz einfach, ich habe dort für ein Wochenende Arne, einen Mitfreiwilligen aus meiner Ausreisegruppe, besucht. Ihr erinnert euch vielleicht noch an den mehr oder weniger lustigen Schwabenwitz aus meinem Adventskalender… Genau dieser Witz war sein Beitrag. An diesem Wochenende haben wir zum größten Teil Bundesliga geschaut, mir wurde aber auch der große Markt dort gezeigt (der wirklich sehr groß war) sowie durch eine größere Piki-Rundfahrt die Region von Same.

Nach diesem entspannten Wochenende machte ich mich auf den Weg zum Kilimandscharo-Airport, um dort meine Freundin und noch zwei weitere Freunde abzuholen („FREU“). Die nächsten drei Tage verbrachten wir dann in Moshi und Arusha. Wir betrachteten den Kilimandscharo, machten den Markt von Moshi unsicher, kauften jede Menge Früchte, besichtigten unfassbar riesige, relativ neu gebaute, leer stehende (!!) Einkaufscentren (es war hierbei kein Problem, bis auf das Dach hinauf zu gelangen…) und Wolfi half sogar beim Streichen eines Hotels, na klar auch auf dem Dach versteht sich – siehe Fotos.

Nach diesen drei Tagen machte ich mich dann auf den Weg nach Karatu zu meinem Zwischenseminar, während meine Freundin sowie Clara und Wolfi von Arusha aus zu einer Safari aufbrachen.

Karatu liegt ca. zwei Stunden nordwestlich von Arusha an der Zufahrt zum weltberühmten Ngorongoro-Krater. Dort waren wir für fünf Übernachtungen auf einem sehr schönen Gelände untergebracht. Das Seminar befasste sich mit verschiedenen Thematiken, beispielsweise wie sich jeder in seinem Projekt zu Recht findet oder wie sich jeder eingelebt hat. Es wurden aber auch andere Thematiken behandelt, die wir Freiwilligen selbst aussuchen durften (unter anderem aktuelle Themen über die Politik, Ruanda, Burundi, etc.). In den Pausen wurde dann die Zeit dafür genutzt, den Tischkicker zu belagern oder gemeinsam Filme zu schauen (die Filme hatten hierbei immer einen bestimmten Hintergrund wie beispielsweise den Genozid in Ruanda).

Nach meinem Seminar machte ich mich dann auf den Weg nach Moshi, um dort wieder freudig meinen Besuch zu empfangen :-). Zum Abschuss des ersten Teils  jetzt noch ein kleiner Leckerbissen fürs Auge von der Safari meiner Freunde!

Bald folgt dann auch schon der zweite Teil meines Berichts.

Bis bald,
Raphael

Neues Jahr…

Hallo Ihr Lieben,

wieder ist sehr viel Zeit verstrichen bis zu meinem Eintrag. Das tut mir leid, ich hatte in letzter Zeit sehr mit täglichen Stromausfällen und dem Internet kämpfen. Heute möchte ich Euch einen kurzen Überblick über meine Erlebnisse im neuen Jahr 2016 sowie noch einen Einblick in meinen Urlaub Ende des Jahres 2015 geben.Dann fange ich mal an 🙂

Nachdem sich die letzten Freiwilligen nach Weihnachten wieder auf den Heimweg gemacht haben, startete ich meine Reise in Richtung Kigoma bzw. Tanganjikasee. Jetzt fragt Ihr euch bestimmt: Kigoma und Tanganjikasee? ALSO: Kigoma (nach Lonely Planet ein „heruntergekommenes, aber sehr freundliches Städtchen“) ist eine Distrikthauptstadt und liegt im Westen von Tansania, direkt am Tanganjikasee. Der Westen Tansanias ist ein raues Grenzland mit wenigen Touristen, der Tanganjikasee ist der längste und tiefste See der Welt und bezogen auf das Wasservolumen der zweitgrößte See der Erde. Dies mal zu den Fakten.

Zusammen mit Lotte und Markus machte ich mich mit dem DallaDalla auf den Weg in Richtung Nyankanazi, um dort in einen Reisebus umzusteigen. Doch leider dauerte unsere Fahrt etwas länger als geplant (wie es bei allem eigentlich üblich ist hier in Tansania), deshalb durften wir uns ein kleines gemütliches Guesthouse in Nyankanazi suchen, um dort zu nächtigen. Gut ausgeschläfen ging unsere Fahrt dann am nächsten Tag weiter. In Kigoma angekommen wurden wir vom Sohn meines Nachbarn, der eigentlich der Sohn eines Freundes meines Nachbarn ist (!!??), abgeholt. Gastfreundlich, wie es alle Tansanier sind, wurden wir auch sofort zum Schlafen bei ihm eingeladen. Nach einer sehr ausführlichen Stadtführung mit Besichtigung eines Museums (Livingstone Memorial Museum: bis auf eine kleine Ausstellung über Sklavenhandel und einer Nachstellung der Begegnung des Reisejournalisten Henry Morton Stanley und dem verschollenen berühmten Forscher Dr. Livingstone war leider nicht viel zu sehen), der Besichtigung eines bekannten Nobelhotels Kigomas und dem Besuch eines der ältesten Märkte Tansanias machten wir uns auf dem Weg zum einen Strand, um endlich ins Wasser springen zu können. Für den Abend hatten wir uns dann noch ein schöne Übernachtungsmöglichkeit direkt am Strand gesucht. Die restlichen Tagen verbrachten wir dann überwiegend am Strand, um die Möglichkeit, schwimmen zu gehen, voll auszunutzen (der Tanganjiasee enthält im Gegensatz zum Victoriasee keine Bilharzioseerreger). Noch erwähnenswert ist unser Zusammentreffen mit diebischen Affen, die uns bei unserem Sonnenbad störten. An Silvester haben wir uns dann auf die Suche nach einer Party gemacht und wurden neben unserem Hotel gleich fündig. Hier spielte eine Live-Band, was in Tansania sehr selten ist. Den ganzen Abend über war es sehr ruhig, doch kurz vor Mitternacht kam auf einmal Schwung rein und alle machten sich auf den Weg zur Tanzfläche, um pünktlich zum neuen Jahr mit dem vollen Bier in der Hand auszuflippen. Am nächsten Tag machten wir uns dann sehr früh (5 Uhr, dies bedeutete sehr wenig Schlaf in dieser Nacht) wieder auf den Heimweg.

Am 4. Januar war dann wieder Arbeit angesagt. Ich habe meine Arbeitskollegen oft ins Feld begleitet und durfte jede Menge Laptops reparieren. Bis auf den ein oder anderen Clubbesuch oder Ausflug nach Bukoba war es im Januar nicht ganz so spektakulär, wie es im Februar sein wird. Im Februar steht mein Zwischenseminar in Karatu (in der Nähe von Arusha) sowie der Besuch von meiner Freundin und zwei weiteren Freunden an. Juhu!! Auch davon werde ich dann euch natürlich berichten!

Bis bald!
Euer Raphael

Rückblick Weihnachten 2015

Hallo meine lieben Leser,

es hat sich jetzt doch nochmals etwas hin gezogen, aber nun ist er da, der lang erwartete Blogeintrag ;-). Ich möchte euch natürlich nicht vorenthalten, wie ich Weihnachten und Silvester in Tansania gefeiert habe. Fangen wir einfach am besten ganz von vorne an.

Ab dem 17. Dezember haben sich immer mehr Freiwillige auf den Weg in das schöne Omurushaka, besser gesagt zu mir nach Hause, gemacht. Es trafen fast täglich Freiwillige ein, bis es endlich Heiligabend war. Mit den ersten Freiwilligen, die bei mir zu Hause eingetroffen sind, habe ich natürlich ein paar kleine Ausflüge unternommen (darunter zum Beispiel der Besuch einer Trockenfruchtfabrik und das anschließende Zurückfahren per Anhalter oder der Versuch, eine Zuckerrohrfabrik zu besichtigen – hier blieb es aber nur bei dem Versuch, dafür hatten wir jedoch einen tollen Fluss gesehen).

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Während der Zeit, in der immer mehr Freiwillige eingetroffen sind – am Schluss waren wir insgesamt 14 Freiwillige aus Uganda und Tansania – wurde meine Wohnung geschmückt, ein Baum gefällt, ganz viel Brot und Weihnachtsgebäck gebacken und viel Weihnachtsmusik angehört bzw. gesungen. An Heiligabend haben wir dann gemeinsam gekocht und vor der Bescherung gemeinsam Weihnachtslieder gesungen. Zur Bescherung wichtelten wir, ich hatte mit einer Uhr und einem etwas zu eng geratenen T-Shirt ganz klar den Jackpot erwischt 😉
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 IMG-20151224-WA0024Am 25. Dezember, also am ersten Weihnachtsfeiertag, machten wir uns alle auf den Weg in die Kirche, bevor dann abends und am nächsten Morgen wieder die meisten abgereist sind. Lotte, Markus und ich machten uns am gleichen Tag auf den Weg in unseren Urlaub, juhu! Davon werde ich euch morgen berichten.

Und nun Viel  Spaß bei unserem Gesang! Hierfür klickt ihr einfach auf den Link unten.

Singen in der Kirche

Bis bald!
Euer Raphael

2016

Ich wünsche euch allen ein gutes und frohes neues Jahr und nur das Beste für 2016!

Es tut mir leid, dass ich so lange nichts mehr von mir hören gelassen habe. Ich verspreche aber, dass bald ausführliche Berichte über Weihnachten und Silvester folgen werden.

Bis bald,
Raphael

Tag 20

Mit etwas Verspätung noch Türchen 20 von Amani (Chema, Transport Officer and Driver)

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Nikiwa mtoto sikukuu ya christmass tulinunaliwa ngua mpya na kunywa wiki nzima siku hizi hayo hayafany
iki ktr familia zehu kwa sababu gaharana za maisha zuruganda na pia wazazi wamejua umehinum wa Ekimu.

WHEN I WAS A CHILD OUR PARENTS DURING XMASS DAYS WERE BUYING US NEW CLOTHES FOR CELEBRATING THE FESTIVAL. ALSO WE WERE EATING DELICIOUS FOODS LIKE RICE AND MEAT WHICH WERE EXCEPTIONAL IN THE AREA. THIS WAS BECAUSED BY THE LACK 7 LOW INCOME IN THE FAMILY: SO PARENTS WERE PREPARING THIS FOR LONG PERIOD. NOW DAY IS NOT SO BECAUSE PARENTS CONSIDER MUCH TAKING CHILDREN TO SCHOOL THAN BUYING CLOTHES AND OTHER LUXOURIUS THING.

Tag 19

Heute gibt es ein Rezept von Franziska (Freiwillige, Caritas, Aura, Uganda)

Zutaten:
200 g Nutella (oder andere Nuss – Nougat- Creme)
150g Mehl
1 TL Backpulver
1 Ei
50 g Zucker

Zubereitung:
Geben Sie das Nutella in eine Rührschüssel und schmelzen sie es in der Mikrowelle oder in einem Wasserbad. Mischen Sie das Mehl mit dem Backpulver und geben sie ungefähr die Hälfte davon zum Nutella. Alles gut verrühren und das Ei hineingeben. Den Zucker hinzugeben und wieder gut verrühren. Nach und nach das restliche Mehl hinzugeben und mit verrühren (der Teig sollte eine Konsistenz wie Spielzeugknete haben).

Anschließend den Teig mit zwei Esslöffel in walnussgroßen Klecksen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen Danach im vorgeheizten Backofen bei 140° C ober-/Unterhitze backen (Umluft: 110°C).

Tipp: Wenn sie die Kekse lieber krachend knusprig mögen, empfehle ich eine Backzeit von 20 Minuten. Für alle, die die Kekse weicher mögen, entsprechend weniger (ca. 10 Min).

Viel Spaß damit 🙂

Tag 18

Zum heutigen Türchen: es ist eine weitere kleine Geschichte von Leander (Freiwilliger, Mwanga Secondary School, Mwanga; Mwanga ist eine Stadt im Norden von Tansania).

Ein junges Paar ist frisch verheiratet. Zum Weihnachtsfest wollen die beiden ein Kaninchen braten. Bevor sie das Kaninchen in den Schmortopf legt,  schneidet die Frau die beiden Hinterlaufe ab und legt sie extra in den Topf. „Warum machst du das?“, fragt ihr Mann interessiert. „Das muss so sein. Meine Mutter macht das auch immer so“, antwortet die Frau. Daraufhin fragt der Mann seine Schwiegermutter, warum sie das tut. „Ich weiß es nicht“,  antwortet diese, „aber meine Mutter macht das auch so“.  Also fragt der Mann die Großmutter: „Warum legst du die Hinterbeine extra in den Topf?“

„Ganz einfach“, antwortet sie, „mein Schmortopf ist so klein,  dass der Weihnachtsbraten nicht reinpasst“.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend!

Türchen 17

Tag 17 und somit Türchen 17, das heute von Max kommt (Freiwilliger, Tanzania Environmental Action Association (TEACA), Moshi, Tansania; Moshi ist eine Stadt im Nordosten von Tansania am Südhang des Kilimandscharos).

HoHoHo,

Raphael bat mich letztens einen Beitrag für seinen geplanten Adventskalendar zu leisten. Dem Wunsch komme ich doch gerne nach. Er sagte, es könne alles mögliche sein. Ich stimmte nur zu, weil ich sofort wusste, was ich ihm schicken werde. Ich versuche mich kurz zu fassen.

Einen Gaumenschmausrezept. Benötigt dafür werden:

  • Reis (vorzugsweise geschälter weißer)
  • Mangos, Bananen oder Papaya (habe ich noch nicht getestet)
  • Wasser
  • (wer drauf steht, so wie ich, dann noch Kidney Bohnen)
  • Zimt
  • Salz

Ursprung dieser ungewöhnlichen Mixtur ist der Fakt, dass mich das Essen hier in meiner Gastfamilie in meinem Projekt sehr langweilt und hier kein Wert auf Geschmack gelegt wird (erste Prämisse: das Essen muss sättigen). Also versuche ich, mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen, das Beste draus zu zaubern. Zudem ist folgender Kochvorschlag schnell zuzubereiten. Ich wage sogar so weit zu gehen, dass besonders für uns Freiwillige mit kleinem Budget dieses Essen eines der preislich billigsten Kompromisse zwischen Geschmack, Sättigungsfaktor und gesundheitlichen Aspekten und Preiskosten sind. Denn Ugali (gekochtes Maismehl) jeden Tag zu essen macht mich verrückt! 😀

Doch nun zur Anleitung… Und wer eine bessere Rezeptführung erwartet, der solle doch bitte wahlweise bei chefkoch.de vorbeischauen. Rezepte schreiben, liegt nicht in meinem Feld der Stärken.

Der erste Schritt: Reis kochen. Wie Reis gekocht wird, brauche ich nicht zu erläutern. Wahlweise kann auch das Verhältnis von gekochtem Reis und „matunda“ (Obst → Bananen, Papaya und Mango) beliebig angepasst werden. Während der Reis im Wasser brodelt, kann auch schon das Obst geschnippselt werden. Sobald der Reis verzehrbereit ist, werden einfach beide Bestandteile vermischt, sodass aber die Konsistenz des Obstes nicht zerstört wird.

Zuletzt wird noch Zimt verwendet, um den ganzen noch einen leckeren und noch gesünderen „Touch“ zu verleihen. Und voila, es kann gegessen werden. Wer es mit zusätzlicher Kidney Bohnen essen möchte, der muss diese natürlich schon einen Tag vorher vorbereiten und schonmal in Wasser einweichen, sodass die Kochzeit maximal minimiert werden kann. Doch der Faule kauft sich einfach die Bohnen aus der Dose. 😀

Fazit:

Vor allem, wenn der Reis mit Salz gekocht wurde, gefällt mir die Kombination sehr. Zuerst sticht der Geschmack von Reis heraus, wird durch das Salz verfeinert und trifft zuletzt auf die Fruchtigkeit und Süße des Obstes. Mit Mangos schmeckt es besonders lecker, doch leider sind die Gelée-artigen Mangos in deutschen Supermärkten nicht erhältlich. An alle FW in Ostafrika, die das lesen: Probiert es aus. Es lohnt sich und selbst die untalentierten Köche unter euch können das.

Max