Harte Arbeit, was ist das?

Hallo meine lieben Leser,

da bin ich wieder 😉

Für uns in Deutschland ist es doch selbstverständlich, dass wir über mengenweise Wasser verfügen. Viele schätzen dies nicht einmal. Wir wissen auch nicht, wie toll es ist, den Wasserhahn aufzudrehen und einfach nur das Wasser fließen zu sehen. Hier in Tansania haben nur die wenigsten Häuser einen eigenen Wasseranschluss und nicht einmal dann kann man das Wasser aus der Leitung einfach so trinken.

Was machen diejenigen, die keine Wasserleitung haben? Ganz einfach, das Wasser mit Kanistern schleppen!

Letzten Samstag habe ich Adenani beim Wasserholen begleitet. Zumindest bei EINEM Marsch, Adenani nimmt diese Arbeit bis zu 10 Mal am Tag auf sich. Er holt täglich Wasser für ein kleines Restaurant und verdient sich so seine Brötchen. Wir machten uns gemeinsam auf den Weg und wanderten zur Wasserquelle. Diese lag etwa eine halbe Stunde zu Fuß entfernt, dabei ging es einen Abhang hinunter. Der Pfad war auch ohne zusätzliches Gewicht nicht unbedingt einfach zu gehen und ich bin schon so ins Schwitzen gekommen (die Regenzeit ist jetzt vorbei und die Sonne meint es in den letzten Tagen ein bisschen zu gut). Auf unserem Weg wurden wir von jedem angesprochen und jeder johlte ganz laut, da ich Adenani begleitete. An der Wasserstelle angekommen, war ein lautes Gelächter zu hören, als andere mich erblickten. Es war Samstag und daher ein sehr großer Andrang von jung bis alt.

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So dauerte es eine gewisse Zeit, bis unsere zwei Kanister gefüllt waren und wir uns auf den Rückweg machen konnten. Alle, die vor uns ihre Kanister gefüllt hatten, warteten bis wir soweit waren, nur um mir beim Kanistertragen zuzuschauen. Ich rollte ein Tuch zusammen und legte es mir auf den Kopf, um so den gefüllten Wasserkanister auf den Kopf zu heben. Dabei brach wieder ein großes Gelächter aus und jeder, der eine Kamera an seinem Handy hatte, machte ein Bild von mir. Nun begann die große Menschenwanderung, da alle hinter mir her den Berg hochwanderten. Ich muss zugeben, dass ich mich dabei etwas wie der „King“ gefühlt hatte: blieb ich stehen, blieben hinter mir alle andere stehen, nur um zu schauen, ob ich aufgebe oder was ich mache. Lief ich weiter, folgten sie mir den ganzen Weg über. Der Anfang war absolut kein Problem, mit der Zeit machte sich die Last auf dem Kopf und im Genick aber bemerkbar. Ich war jedoch tapfer und biss mich schwitzend durch. Nach diesem Marsch war ich ganz schön am Schnaufen, obwohl ich „nur“ einen Kanister auf meinen Kopf trug. Die meisten Wasserträger tragen ohne Probleme zwei davon auf dem Kopf, was für mich eine unglaubliche Leistung ist!

Der ein oder andere fragt sich jetzt vielleicht: was ist der Lohn für diese harte Arbeit? Das kann ich euch sagen. Für jeden Kanister gibt es 500 TZS, was umgerechnet nicht einmal 20 Cent sind.

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Ich hoffe, dieser Beitrag war für euch interessant!

Bis bald, Raphael

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2 Gedanken zu “Harte Arbeit, was ist das?

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