Urlaub Teil 3

So, dann kommen wir heute zum letzten Teil meiner Reise.

Wo bin ich nochmals stehen geblieben? Genau, meine Freundin und ich machten uns mit der Fähre von Stone-Town, Sansibar, auf den Weg zurück nach Dar und von dort ging die Reise mit dem Bus bis nach Bukoba.

Aber wie immer alles der Reihe nach. In Dar angekommen, machten wir uns wieder auf dem Weg in  Richtung Stendi (Busbahnhof), um dort für eine Nacht ein Hotel zu suchen. In Tansania fahren die Busse bei größeren Strecken immer nur sehr früh morgens ab. Dieses mal machten wir aber nicht den gleichen Fehler und suchten uns deshalb ein zwar etwas teureres, aber dafür auch rattenfreies Hotel (zumindest hatten wir dieses mal keine Ratten gesehen).  Da es erst mittags war, konnten wir noch das „schöne“ Daressaalam genießen ;-). Nach einem kleinen Snack machten wir uns auf den Weg nach Mlimani City. Mlimani City ist ein großes Einkaufscentrum in Dar. Dort gönnten wir uns ein leckeres Eis und noch einmal den Luxus von einem Kino. Kleine interessante Anmerkung: die EINE Kugel Eis und der Eintritt ins Kino kostete gleich viel.

Am nächsten Morgen machten wir uns um halb sechs in der Früh auf den Weg zu unserem Bus. Um diese Zeit ist am Stendi die Hölle los. Es wollen ca. 50 Busse oder noch mehr am besten gleichzeitig losfahren, was eine elendig lange Wartezeit zur Folge hat. Unsere Reise nach Bukoba dauerte volle 34 Stunden mit drei Stunden Pause in Kahama (in Tansania herrscht Nachtfahrverbot, trotz diesem Verbot kam unser Bus erst um 3 Uhr nachts an, obwohl er eigentlich um 22:00 Uhr ankommen sollte). In Bukoba angekommen, ging unsere Reise nochmals zwei Stunden mit dem Dalladalla, bis wir letztendlich ganz erschöpft in meinem Zuhause in Omurushaka ankamen. Dort wurden wir sehr freundlich von meinem Chef in Empfang genommen. Die nächsten Tage lernte meine Freundin die Umgebung und meine Freunde kennen. Markus war so freundlich und gab uns noch eine Führung durch die Trockenfruchtfabrik, in welcher er arbeitet.

Nach einigen Tagen bei mir daheim führte uns unsere Reise nun in drei Stunden von Omurushaka mit dem Dalla über Benako an die Grenze nach Ruanda. Glück, wie wir es öfters auf unseren Bus- bzw. Dalla-Fahrten hatten, gab es auch dieses mal. Wer von euch kann es erraten? Na klar, eine Panne! Zum Glück verging bei dieser Panne nicht ganz so viel Zeit, bis sie wieder behoben war. An der Grenze (tansanische Seite) angekommen, überquerten wir diese zu Fuß. Zwischen Tansania und Ruanda fließt der Kagera (ein Zufluss zum Nil, 900 km lang). Dieser stellt ein Grenzfluss dar und spielte auch während des ruandischen Genozids im Jahr 1994 eine große Rolle. In diesen Fluss wurden symbolisch viele zerstümmelte Tote zurück in Richtung Heimat geworfen, dazu in einem extra Beitrag aber noch mehr.

Auf der anderen Seite hatten wir keine Probleme, das Visum für Ruanda zu erhalten. Da standen wir nun also im „Land der tausend Hügel“. Ein Bus in Richtung Kigali, der Hauptstadt, war auch schnell gefunden und da ist uns auch schon der erste riesige Unterschied zu Tansania aufgefallen. Im Vergleich zu Tansania fahren die Busse in Ruanda nach Uhrzeit und nicht erst wenn der Bus gut gefüllt – besser gesagt überladen – ist. Zum Glück hatten wir von Markus noch Ruanda-Franc bekommen, sodass wir nicht gleich an der Grenze Geld wechseln lassen mussten. In Kigali angekommen, war es auch schon wieder dunkel und wir suchten uns ein einigermaßen sauberes Hotel, bevor wir uns aufmachten, die Stadt etwas zu besichtigen. Kigali gilt als sicherste Stadt in Afrikas und so wunderte es uns auch nicht, dass alle fünf Meter an der Straße ein Soldat mit Gewehr platziert war. Nach einer wieder einmal einer sehr kurzen Nacht machten wir uns dann auf einer sehr kurvigen aber landschaftlich beeindruckenden Strecke (grüne Hügel und Berge wo das Auge hinreicht) auf den Weg in den Westen Ruandas nach Kibuye, am Lake-Kivu gelegen. Diesen, wie sich später herausstellte, genialen Tipp hatten wir von meinem Regionalbetreuer Bastian erhalten. Durch den Lake-Kivu verläuft die Grenze der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda.

Unser Hotel war einfach der Hammer und man hatte sowohl von der Terrasse aus als auch von unserem Zimmer einen traumhaften Blick über den See und die grünen Hügel. Am nächsten Tag brachen wir mit vier anderen Gästen aus unserem Hotel zu einem kleinen Boostsausflug auf. Unser Ziel war eine kleine Insel im See:  Bat Island oder Napoleon Island. Von der Form erinnert die Insel an den Hut Napoleons und warum sie auch Bat Island (Fledermaus-Insel) heißt, sollten wir noch erfahren. Am Fuße der Insel bietet sie Tausenden von Fledermäusen eine Heimat. Wir konnten es alle kaum glauben, als unser Boot-Guide diese durch Klatschen und Rufen aus den Bäumen lockte und sie in Schwärmen über unsere Köpfe flogen!

Wir wanderten bis auf die Spitze der Insel hoch. Von dort hatte man einen unglaublichen Blick über den See, wie ihr auf folgenden Fotos sehen könnt:

An unserem letzten Morgen erwartete uns dann noch ein toller Sonnenaufgang, bevor wir nach dem Frühstück auf der Terrasse unseren Weg zurück nach Kigali antraten.

Gegen 12:00 Uhr am Mittag kamen wir in Kigali an. Aufgrund des Tipps meines Regionalbetreuers Bastian besuchten wir noch das Genocide Memorial Museum – ein Mahnmal sowie dazugehöriges Museum – welches uns die unfassbaren und grausamen Geschehnisse vor Augen führte, die sich vor gerade einmal 22 Jahren in Ruanda abspielten. Wir hatten das Thema ja in unserem Zwischenseminar schon behandelt und Filme dazu geschaut. Das Museum kann ich wirklich jedem zu Herzen legen, der Kigali besucht.

Gegen Nachmittag fuhren meine Freundin und ich dann mit dem Piki an den Flughafen, denn heute trat sie nach vier Wochen leider ihren Rückflug nach Deutschland an. Ich blieb noch eine Nacht in Kigali, lief am Nachmittag noch durch das Zentrum, ging Burger essen und schlief dann im gleichen Hotel wie vor unserer Fahrt an den Lake Kivu. Am nächsten Morgen machte ich mich wieder auf den Weg in Richtung Grenze und meiner Heimat Omurushaka, wo ich nach einer langen Fahrt und – Überraschung!! – mal wieder einer Panne – müde gegen Abend ankam. In Benako musste ich ganze 7 Stunden warten, bis das Dalla losfuhr… ach ja, und falls es noch jemanden interessiert, während der Fahrt hat sich noch einer aus dem Fenster gelehnt und sich übergeben. 😀

Nach mehr als einem Monat Reisen (ausgenommen den kleinen Zwischenstopp mit meiner Freundin bei mir daheim) war ich also wieder ganz Zuhause angekommen und es war wieder Arbeiten angesagt.

Es war echt ein großartiger Trip!! Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen!

Bis bald,
Raphael

Advertisements

3 Gedanken zu “Urlaub Teil 3

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s