Urlaub Teil 2

So, wie versprochen kommt heute Teil 2 von meiner Urlaubs-Triologie!

Nachdem ich wieder bei meinen Freunden war und wir noch eine Nacht in Moshi verbracht hatten, machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Lushoto (7 Stunden Busfahrt). Als kleine Randnotiz: auf der Busfahrt wurden wir Zeuge davon, wie etwa 20 Ziegen einfach so in die untere Gebäckablage des Busses gestopft wurden (zur Info: es war an diesem Tag sehr, sehr warm und auf unserem Weg befanden sich enorm viele Schlaglöcher).

Lushoto liegt im Nordosten von Tansania inmitten der Usambara-Berge. Beim Stichwort Usambara-Berge macht es vielleicht bei einem von euch fleißigen Lesern Klick, denn genau dort hatte ich zu Beginn meines Freiwilligenjahres in Mlalo mein Einführungsseminar.

In Lushoto stand unter anderem eine Wandertour durch die Usambara-Berge auf dem Programm. Außerdem kauften wir uns Stoffe auf dem Markt, um uns daraus Klamotten schneidern zu lassen. Ein Highlight in Lushoto war der Besuch einer Schule (ca. 1000 Schüler und Schülerinnen). Die Direktorin war wahnsinnig freundlich, führte uns über das Gelände und stellte uns allen Lehrern – besser gesagt allen Lehrerinnen vor: an dieser Schule gibt es nämlich 28 Lehrerinnen und nur einen einzigen Lehrer.

Nach drei schönen Tagen in den Bergen ging es für uns in Richtung Daressalam an die Ostküste Tansanias, da wir von dort aus nach Sansibar übersetzen wollten. Sonst hätten wir in dieser stressigen Großstadt – über die ich euch ja auch schon berichtet habe, Stichwort „Überfall“ –  wohl eher keinen Zwischenstopp eingelegt. Wir machten uns also gut gelaunt auf den Weg zum Bus, zu diesem Zeitpunkt noch völlig ahnungslos, dass dies ein Tag zum Vergessen sein würde :D. Aber alles der Reihe nach. Die Busfahrt sollte laut Angaben nur 6 Stunden dauern (wie gesagt, sollte). Zu allererst hatte unser Bus nach etwa drei Stunden eine Panne, es gab Probleme mit den Bremsen -> Problembehebung: Sekundenkleber (!!!), um die Bremsschläuche zu kleben. Ihr könnt also vielleicht vorstellen, dass wir nach zwei weiteren Stunden immer noch mit dem gleichen Problem mitten im Nirgendwo standen. Dazu kam, dass im Bus nicht nur Menschen sondern auch etliche Kakerlaken untergebracht waren, welche beschlossen, mit uns Freundschaft zu schließen… Nach einer weiteren Stunde Warten beschlossen wir, einen vorbeifahrenden Bus anzuhalten und wechselten schließlich auch den Bus. Wir vier waren alle erleichtert und dachten: Super, in drei Stunden sind wir endlich angekommen. Doch weit gefehlt! Von unserem Standort aus dauerte die Fahrt noch weitere fünf Stunden, bevor wir voller Vorfreude Daressaalam erreichten. Nun konnte der Tag ja eigentlich nur noch besser werden, dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Wir kamen also mit all unseren Sachen – ohne erfolgreichen Diebstahl (kleine Anmerkung: Wolfi wurde beim Verlassen eines Dallas ein (!) Schuh geklaut, den er circa 10 Minuten später für umgerechnet etwa 20 Cent wieder verkauft bekam :D)- im Hotel an und es gab sogar noch zwei verfügbare Doppelzimmer. Nach einem kleinen Imbiss wollten wir den Tag mit Cola und Konyagi (ein Gin, der mit dem Solgan „The Spirit of the Nation“ verkauft wird, unter anderem auch in 100ml Plastiksäckchen) auf unserem Balkon ausklingen lassen. So weit, so gut. Doch auf einmal fiel uns ein sich bewegender Schatten im Zimmer auf. Es war eine große Ratte, die durch einen Schacht im Bad in unser Zimmer hereinfand. Diese wurde schnell wieder verscheucht und die Badezimmertür fest verschlossen. Nach einem Blick unter das Bett kamen jedoch nochmal zwei weitere Ratten zum Vorschein, was uns einige Entsetzensschreie entlockte… Das Personal des Hotels war auch nicht sonderlich interessiert daran, uns nach einer freundlichen Bitte ein anderes Zimmer zu geben.

Was war die Lösung?

–> Na klar, FLIEHEN! Zum Glück gab es in Clara und Wolfis Zimmer – außer einigen undefinierbaren Gegenstände unter dem Bett – keine sichtbaren Ratten, was es uns ermöglichte, dort relativ beruhigt zu viert zu schlafen. Es war glücklicherweise ein sehr großes Bett!

 Nach diesem Tag und dieser Nacht war die Vorfreude auf Sansibar nochmal um ein Vielfaches höher. Wir nahmen am nächsten Tag die Fähre nach Sansibar Town und von dort ging unser Weg mit einem Taxi nach Jambiani. Jambiani ist ein Dorf, das an der Südostküste von Sansibar liegt, mit dem Taxi etwa eine Stunde von Stone Town. Die Sonne meinte es so gut mit uns,  dass wir alle sehr schnell eine rote Farbe bekamen (trotz Sonnencreme 50+). Das Highlight war ein dreistündiger Schnorchelausflug! Außerdem verbrachten wir noch drei Tage in einem tollen Bungalow direkt am Strand (siehe Fotos).

Nach drei Tagen Sonne, Strand, Meer und Erholung machten wir uns auf den Weg zurück nach Zanzibar City, um dort den historischen Stadtkern Stonetown noch für eine Nacht zu genießen. Zanzibar City ist Hauptstadt sowie Regierungssitz des halbautonomen Staates Sansibar.

Zum Abschluss wurden noch auf dem Markt Gewürze gekauft, bevor wir den Abend gemütlich auf der Dachterrasse unseres Hotels ausklingen ließen. Am nächsten Tag machten meine Freundin und ich uns auf den Weg in Richtung Hafen bzw. Karagwe (meiner Heimat) und wir verabschiedeten uns von Clara und Wolfi, die ihre Weltreise in Richtung Dubai fortsetzten.

Wir hatten eine super Zeit zu viert! Morgen folgt noch der letzte Teil meines großen Trips, der mich zusammen mit meiner Freundin noch zu mir nach Hause sowie nach Ruanda führte.

Euch allen noch einen schönen Tag,
Raphael

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2 Gedanken zu “Urlaub Teil 2

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